Was verstehen wir unter „Begleitung“?

Begleiten ist nicht, dem anderen Menschen den Weg zu zeigen.
 Begleiten ist auch nicht, hinter dem anderen Menschen herzugehen.
 Begleiten ist, einfach bei dem anderen Menschen zu sein.

Wenn wir von „Begleitung“ reden meinen wir unsere Anwesenheit bei Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Entsprechend des Hospizgedankens wenden wir uns an Sterbende. Wir stehen aber auch deren Angehörigen zur Verfügung.

Die Grundhaltung, die eine Begleitung auszeichnet, lässt sich mit den Kriterien Achtsamkeit und Wertschätzung beschreiben.

Achtsam neben dem Begleiteten hergehen bedeutet, sich zu bemühen, die Art des Anderen zu erspüren. Wesentlich ist dabei stets, den bisherigen Lebensweg des Begleiteten anzuerkennen und ihm zu ermöglichen, diesen in seinem Sinne weiter zu gehen.

Das schließt ein, dass der Begleiter auch letzte Änderungen des Weges mitgeht, wenn der Begleitete dies so und nicht anders für sich als richtig empfindet. Es schließt nicht aus, dass Begleiter auf Dinge aufmerksam macht, auf Konsequenzen verschiedener Handlungen hinweist. Damit erhält der Begleitete Wahlmöglichkeiten, um selbst zu entscheiden, wie er damit umgehen wird.
 Es verbietet sich aber jegliche Beeinflussung durch den Begleiter.

Mit dieser Haltung wird die Lebensleistung und der Lebensweg des anderen Menschen als zu ihm gehörend geachtet, anerkannt und wertgeschätzt.  Diesem Leitgedanken fühlt sich ein Begleiter verpflichtet, wenn sich ein Schwerkranker mit der Bitte um Begleitung auf seinem letzten Lebensweg an ihn wendet.