Gedanken zum Ende

“Vielmehr müssen wir immer mehr lernen, dass wir nicht wissen, wie wir und unsere Lieben sterben werden, dass alles offen ist. Nur eine solche wache und realistische Haltung kann uns frei machen, dem Leben und dem Sterben mit Achtung, Dankbarkeit, Respekt und auch Ernst gegenüber zu stehen.”Bickel/Tausch-Flammer 

Das Leben ist einzigartig und das Sterben auch. So dramatisch die Sterbephase im Einzelnen auch ablaufen mag, so sehr wir auch erschüttert sein mögen - es kann und sollte sich auch für Angehörige und Betroffene „gut anfühlen“: Wenn es alle Beteiligten wollen, ist auch Ruhe möglich zum Verharren, zum Innehalten und zum Besinnen auf das wirklich Wichtige. Es braucht angstfreie Zeit, um gemeinsam Abschied nehmen zu können und Zeit zum gemeinsamen Trauern. Diese lässt sich gewinnen, wenn man sich darum bemüht, den Sterbeprozess aus dem ausschließlich medizinischen Blickwinkel herauszulösen. Dazu ist es sicher notwendig, das bevorstehende Ende sachlich und realistisch anzunehmen. Möglicherweise bedeutet das auch, das Kämpfen einzustellen und das Sterben zuzulassen, es zu erlauben. Auch wenn das eine unsagbar schwierige Handlung zu sein scheint, sie kann doch für alle einen Gewinn bedeuten. Es bietet die Chance und die Möglichkeit, dem Sterben in seiner Einmaligkeit zu begegnen und es in seiner Erhabenheit zu erfassen.